Wie alles begann

Im Oktober vor 4 Jahren hatte ich einen Traum, in dem mir Gott eine neue Vision geschenkt hat. In diesem Traum stand ich in einem großen hellen Raum mit mehreren Menschen zusammen. Wir hatten eine Tasse in der Hand, haben geredet und viel gelacht. Für mich war in diesem Moment völlig klar, dass Gott mir damit ein Begegnungszentrum in der südlichen Innenstadt von Halle zeigt.

Ich habe sofort gewusst, dass das meine nächste Aufgabe sein wird.

Ich spürte einen ganz großen inneren Drang, das alles auf Papier zu bringen und erzählte vielen Menschen von meinen Gedanken und meinem neuen Ziel. Schließlich ließen mir diese Ideen keine Ruhe mehr und ich entschloss mich, das Konzept einigen Institutionen wie dem Jugendamt vorzulegen. Alle sagten durchweg, das sei ein tolles Konzept und es würde mit Sicherheit auch gut angenommen werden, jedoch kann man mich in meinem Handeln nicht unterstützen. Ihr Vorschlag war, ich solle mir einen Träger oder ein Verein suchen, wo man es umsetzen und finanzieren kann.

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich mich zu dem Zeitpunkt gefühlt habe. Ich war stinksauer und enttäuscht über manche Äußerungen einiger Institutionen. Ich fragte Gott: Was soll ich jetzt machen? War das wirklich dein Plan für mich oder habe ich mich geirrt? 

Dann kam mir im April 2019 der Gedanke, es einfach unserer Gemeinde zum Lesen zu geben und sprach mit verschieden Menschen über meine Pläne. Vielleicht sollte es noch nicht die richtige Zeit dafür sein, habe ich gedacht, denn auch hier hörte ich nur, dass es im Augenblick nicht möglich wäre.

Die Situation sollte sich erst im letzten Frühjahr ändern. Corona begann und in etwa zur gleichen Zeit bekam ich immer mehr den inneren Druck, etwas verändern zu müssen. Ich entschloss mich, meine Arbeit als Tagesmutter zu beenden. Ich hatte das Angebot einer guten Freundin bekommen, bei ihr im Unternehmen einzusteigen. Das machte es mir nicht ganz so schwer, mein zweites Zuhause in der Tagespflege und die Arbeit mit den Kleinen aufzugeben, denn auch hier hatte ich wieder die Möglichkeit, mit Kindern zu arbeiten.

Wie das im Leben allerdings manchmal so ist, waren viele Dinge nicht leicht. Die Kindertagespflege habe ich zum ersten September aufgegeben, musste jedoch noch bis Ende des Jahres eine hohe Miete zahlen. Mehrere Anwärter hatten sich die Räumlichkeiten meiner Tagespflege angesehen, doch es kam zu keiner Vertragsschließung. Ich war sehr enttäuscht, denn ich wusste nicht, wie ich die Miete von meinem kleinen Gehalt finanzieren sollte. Nun begann ich mit diesen Worten zu beten: „Hey himmlischer Papa, du kennst diese Situation und weißt, was zu machen ist. Gib mir gute Ideen und Gedanken, damit ich die Miete bezahlen kann.“

Und siehe da, Mitte September kamen die Dinge in Bewegung: Mit einigen Flohmärkten, die ich veranstaltete konnte ich genug Geld sammeln, um die Miete bis zum 31. September aufzubringen. Zur selben Zeit setzte sich mein Vermieter mit der Evangeliumsgemeinde in Verbindung und bot ihnen meine ehemaligen Räume an. Und sie sagten zu.

Nun hatten sich meine finanziellen Sorgen um die Miete in Luft aufgelöst, jedoch hatte ich noch so viele tolle Bücher, Gesellschaftsspiele und vieles an Möbeln etc. übrig. Was sollte damit geschehen?

Also begann ich wieder zu beten und Gott sagte mir, ich soll alles spenden. „Aber wohin?“, fragte ich ihn.

Kurz darauf kam die Antwort, ich soll sie an die Kinderstation im Elisabeth-Krankenhaus, Caritas und die Bücherfreunde spenden. So konnte ich guten Gewissens meine ehemaligen Räume der Evangeliumsgemeinde überlassen.

Mein neuer Job bei meiner Freundin war zwar gut, jedoch fühlte ich die ganze Zeit, dass das nicht der Ort ist, für den ich berufen bin. Gott ist so toll, denn genau das wusste er auch. Noch im Oktober bekam ich von unserer Gemeinde das Angebot, meine Vision, das geplante Begegnungszentrum, unter ihrem Dach aufzubauen. Ihr könnt euch vorstellen, was das in mir ausgelöst hat! Ich war so dankbar und glücklich, dass meine Vision endlich Wirklichkeit werden wird und Gottes Plan nun zum Greifen nahe war.

Gott hat, wie man sieht, eine ganz eigene Vorstellung von Zeit. Ich möchte euch an dieser Stelle ermutigen, eure Träume und Visionen nicht aufzugeben, sondern immer weiter dran zubleiben. Auch wenn es Durststrecken gibt.

Im Januar 2021 bekam ich dann meinen Arbeitsvertrag von der Evangeliumsgemeinde und durfte loslegen. 

Foto: Diego PH | https://unsplash.com/@jdiegoph

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.